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Let's talk about: Flatpiercings

Aktualisiert: 28. Juni 2023

Das Flatpiercing oder Flathelix sitzt im oberen Knorpelbereich des Ohres und nutzt den ganzen flachen oder semi-flachen Bereich unter der Helixwölbung. Hier kann wunderbar mit opulenten Aufsätzen oder mehreren Piercings gearbeitet werden, selbstverständlich sind aber auch kleinere und filigranere Schmuckstücke möglich. In diesem Bereich haben wir wenige Grenzen.

Anatomie & Schmuck

Das Flatpiercing ist anatomisch gesehen in den allermeisten Fällen problemlos möglich, allerdings gibt es auch da Unterschiede, gerade im Bezug auf das ausgewählte Schmuckstück. Manche Menschen haben das perfekte, flache Areal, um jeglichen Aufsatz perfekt zu tragen - selbst große, opulente Cluster finden hier perfekt ihren Platz. Manche allerdings haben vielleicht ein etwas gewölbteres Knorpelgebiet und ein Cluster würde an einem oder zwei Ecken "in der Luft" hängen. Hier wären eher kleinere Schmuckstücke besser geeignet oder es besser zu einem länglichen oder ovalen Schmuck gegriffen.

Die Schmuckauswahl passend zur Anatomie garantiert einen fließenden Look, der eine tolle Dynamik ins Spiel bringt.


Wichtig ist, dass einige Dinge vorher abgesprochen und geprüft werden. Bedacht werden sollte immer, ob und wie eine Brille getragen wird, ob Helme einen essentiellen Teil im Leben spielen, z.B. Fahrradhelme. Werden Kopfhörer benötigt? Soll es ein einzelnen Piercing werden oder sind mehrere geplant? Gerade bei mehreren ist die Abheilung länger und vielleicht auch mit dem einen oder anderen kleinen Up and Down versehen.


Flat Piercings sind super kompatibel mit Hörhilfen!

Der Schmuck für den Ersteinsatz kann ebenfalls recht frei gewählt werden, sofern das Material kompatibel und selbst großen Stücken steht nichts im Wege, allerdings sollte bedacht werden, dass die Pflege eines größeren Aufsatz etwas intensiver ausfällt. Unter einem größeren Aufsatz sammelt sich mehr Talg, Wundflüssigkeit und Hautablagerungen, aber mit einer soliden Aftercare ist das gut händelbar.


Downsizing ist key - darauf schlafen verboten


Besonders wichtig ist bei einem Flat Helix, dass der Downsizetermin nicht verschwitzt werden sollte. In diesem Bereich ist ein zu langer Stab extrem störend und kann zu Migration und Schiefliegen führen. Das Flat Piercing heilt zwar in der Regel ziemlich entspannt ab, da es nicht der Menge an Reizen ausgesetzt ist wie bspw. ein herkömmliches Helixpiercing, aber eine Sache ist neben dem Downsizing wirklich extrem wichtig und die Quelle aller Probleme im Bereich Flatpiercing: schlafen.

Es ist das leidigste Thema und niemand hat Lust darauf, monatelange nicht mehr auf einer Seite schlafen zu können, aber bei der Wahl eines Flatpiercings ist das leider die logische Konsequenz. Ein, zwei entspannte Nächte auf dem Ohr und das Piercing wird schief oder verlagert ganz und gar seinen Platz im Knorpel durch Migration und Druck. Leider verzeiht diese Platzierung sowas gar nicht - es muss sich also darauf eingestellt werden, dass es gute sechs Monate sind, in denen das Schlafen auf der Seite nicht funktioniert.


PRO TIPP: Ein Nacken- oder Donutkissen mit einem Loch in der Mitte, in der das Ohr platziert werden kann, ist perfekt, um auch auf der Seite des gepiercten Ohres zu schlafen.

Flat Piercings neigen durch ihre Position deutlich mehr zum Wandern und Schiefliegen als andere Piercings. Downsizing und Druckvermeidung sind also das A und O, wenn verhindert werden soll, dass die Piercings am Ende schief im Ohr liegen. Im klügsten Fall sollte das Piercing nochmal nach 3-6 Wochen begutachtet werden, ob ein Downsize schon möglich ist.

Wie bereits erwähnt, heilen Flat Piercings mit entsprechender Vorsicht und Nachsorge meist sehr entspannt ab, trotzdem solltest Du beim Aufsetzen von Mützen, Masken und Brillen achtsam sein, genauso wie beim An- und Ausziehen von Kleidung über den Kopf. Haare kämmen sollte auch sorgsam gemacht werden. Bei der Reinigung ist es sinnvoll, wenn regelmäßig jemand auch die Rückseite kontrolliert.


Die Abheilphase beträgt circa 6 bis 9 Monate - kommt natürlich immer darauf an, wie die individuellen Umstände sind: Krankheitsphase wie Grippe oder Corona, Impfungen, Stressfaktoren wie Deadlines, Klausurenphase oder private Probleme, all das kann eine Abheilung verzögern oder belasten.

Kettchen oder besonders opulent große Stücke sollten installiert werden, wenn das Piercing wirklich gut geheilt ist - im Zweifelsfall einfach etwas länger warten.

All in sind Flat Piercings relativ gut abheilende Knorpelpiercings, die sich durchaus auch als "Anfänger*Innen"-Piercings eignen, sofern man gut darauf achtet, dass das Piercing keinem Druck ausgesetzt wird und der Downsizetermin wahrgenommen wird.












FAQ: Ist ein Flat Piercing schmerzhaft? - Nicht schmerzhafter als ein anderes Knorpelpiercing. Je nachdem, wie dick der Knorpel an dieser Stelle ist, desto lockerer ist das Stechen.


Wie lange braucht ein Flat Piercing zum heilen? - Ungefähr 6 bis 9 Monate, manchmal kann es auch deutlich länger brauchen. Es kommt immer auf die eigene, körperliche Konstitution an, ob Krankheiten (egal ob Autoimmun oder Grippe) zugrunde liegen. Impfungen, privater oder beruflicher Stress sind ebenfalls Faktoren, die die Abheilung verlangsamen.


Wie lange tut ein Flat Piercing weh? - Schmerztechnisch ist es nach dem Stechen relativ schnell wieder gut, nach einigen Tagen tut es nicht mehr weh. Dennoch sind Druck- und Schmerzempfinden während der Abheilung normal. Welches Piercing tut am meisten weh? - Schmerzempfinden sind natürlich immer völlig unterschiedlich und individuell. Allerdings gibt es natürlich Piercings, die generell etwas schmerzhafter sind als andere. Ein Industrialpiercing ist bspw. deutlich unangenehmer als ein Bauchnabelpiercing.



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