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Reinigung - Desinfektion - Sterilisation

Hygienisch, steril, Desinfektion - alles Begriffe, die uns gerade im Zusammenhang mit Piercings oder Tattoos direkt in den Sinn kommen. Begriffe, die wir als Kund*Innen als wichtig und nötig erachten, damit bei unserem Termin nichts schief geht. Sauber und hygienisch sind auch oftmals die Schlagwörter, die als besonders wichtig erachtet werden. Aber was bedeutet eigentlich genau, wenn etwas sauber ist, oder wenn wir etwas desinfizieren?

Was heißt es genau, wenn wir sagen, dass wir den Schmuck steril machen. Oder wenn wir Oberflächen abdesinfizieren? Wieso ist es wichtig, sterile Kochsalzlösung als Aftercare zu nutzen? Was sind hier also die exakten Unterschiede und wieso sind diese wichtig, um zu verstehen, ob entsprechend korrekt und hygienisch gearbeitet wird.

REINIGUNG

Bei einer Reinigung handelt es sich um eine optische Sauberkeit, bei der Mikroorganismen mechanisch entfernt werden, ohne diese abzutöten. Durch das Entfernen von sichtbarem Schmutz und unsichtbaren organischem Material wird verhindert, dass sich Mikroorganismen darin weiter vermehren. Keimreduktion liegt hier bei 50-80%.


DESINFEKTION

Eine Desinfektion ist ein Verfahren, welches krankmachende Mikroorganismen reduzieren soll. Das Ziel einer Desinfektion ist, dass von desinfizierten Oberflächen, Gegenständen oder Materialien keine Infektionsgefahr mehr ausgeht. Auch die Haut kann entsprechend vorbereitet und desinfiziert werden. Keime werden bis zu 84-99,9% reduziert bzw. auch inaktiviert, sodass sie keine Gefahr für eine Infektion mehr darstellen können.


STERILISATION

Die Sterilisation ist eine Vorgehensweise nach der DIN EN 556, bei der eine vollständige, also 100%ige, Abtötung und Inaktivierung von Mikroorganismen aller Art; darunter fallen Bakterien, Viren, Prionen und Sporen. Es findet also eine Entkeimung statt.

Es gibt eine physikalische und chemische Sterilisation.

Wir arbeiten mit der physikalischen Sterilisation in Form der Dampfsterilisation.



Es ist enorm wichtig, die Unterschiede dieser Begrifflichkeit zu kennen, denn eine Desinfektion ist in keinster Weise mit einer Sterilisation zu vergleichen. Eine Sterilisation ist im Bereich Piercing aber unabdingbar, Desinfektion reicht nicht aus. Instrumente, die einfach nur mit Desinfektionstüchern desinfiziert werden, behalten sich immer noch eine riesige Anzahl an Keimen vor, die immense Probleme bereiten können. Beispielsweise ist das HB-Virus, also der Auslöser für Hepatitis B, bis zu 7 Tagen auf Oberflächen aktiv.


Beim Piercingvorgang wird eine kontrolliert geschaffene Wunde erzeugt, die offener Zugang zu unserem Kreislauf ist. Durch diesen Zugang können Mikroorganismen ihren Weg in unser Innerstes finden und - je nach Art des Mikroorganismus - erhebliche Schäden anrichten. Worauf also zu achten ist: Schmuck sollte bei einem frischen Piercing nicht lose aus einem Behältnis genommen werden, ebenso wenig wie Besteck. All dies sollte entweder direkt in einem Autoklaven steril gemacht werden oder aus einer sterilen Verpackung genommen werden. In einem Piercingraum kommen Körperflüssigkeiten und Blut zusammen, ebenso bringt jede*r Kund*In einen ganz individuellen Mix aus Bakterien mit, je nach Lebensstil. Es kann in diesem Fall schnell gehen, eine Kontamination mit verschiedenen Kund*Innen hervorzurufen, wenn nicht sorgsam und richtig gearbeitet wird.

Nichts ist wichtiger als eine gründliche und korrekt durchgeführte Desinfektion der Flächen, sowie eine ebenso gründliche Sterilisation aller Materialien, die in den direkten Kontakt mit unseren Kund*Innen und deren frischen Wunden kommen.

Aus diesem Grund ist eine sterile Kochsalzlösung für die Aftercare unabdingbar, da auch in diesem unmittelbaren Zeitraum eine Kontamination stattfinden kann. Die mehrmalige Nutzung von kleinen Fläschchen, die länger geöffnet stehen, ist also nicht ratsam.


Dein*e Piercer*In des Vertrauens sollte also definitiv den Unterschied von Sauberkeit, Desinfektion und Sterilisation kennen und entsprechend danach handeln. Fragt vor Ort gerne nach und lasst euch das erklären.

Sicher ist sicher.


All diese Informationen sollten dienlich sein, um zu verstehen, dass auch Piercings selfmade zu Hause nicht sicher sind, genauso wenig wie die bei einem Juwelier.

Achtet auf eure Gesundheit und euren Körper.

Eine Unterschrift, die besagt "eure Sylvie"


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