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Piercingschmuck anodisieren: Magie im Piercingstudio

Aktualisiert: 10. Apr. 2022


Bunter Schmuck muss nicht nur auf die Steinfarbe reduziert sein, sondern kann auch ein vollumfänglich eingefärbtes Piercing beinhalten.

In der Regel handelt es sich um Legierungen, die nicht optimal für den Einsatz im Körper sind und sich über die Zeit ablösen und in den Kreislauf des Körpers gelangen.

Eine rein farbgebende Legierungen spricht meist für eine mindere Qualität des Schmucks, jedoch muss nicht auf ein farbenfrohes oder gar goldfarbenes Piercing verzichtet werden, denn es steht mit dem sogenannten Anodisierungsverfahren ein Prozess zur Verfügung, der Titan oder Niobium in die unterschiedlichsten Farbspektren tauchen kann.

Das ist übrigens auch immer ein guter Test, wenn man sich des Materials nicht sicher ist: Titan lässt sich anodisieren, (Chirurgen-)Stahl nicht.



Anodisation ist ein elektrolytisches Verfahren


Ursprünglich kommt das Verfahren der Anodisierung aus der Oberflächentechnik und beschreibt ein Verfahren, welches zur Herstellung und Verstärkung von Oxidschichten auf Metallen genutzt wird. Dadurch bilden sich festhaltende Oxide, die verschiedene Farbtöne schaffen.

Conch Piercing Gold in Kassel Salt Piercing
Goldfarben anodisiertes Piercing

Die Oxidschichten binden sich auf Titan- oder Niobiumoberflächen, d.h. es ist kein Fremdmaterial, welches für eine Kolorierung aufgebracht ist. Durch diesen Prozess werden Metalle gegen Korrosion und Abrieb geschützt und glättet im gleichen Maße die Oberfläche, was für einen frischen Piercingkanal beispielsweise immer eine Wohltat ist, da so Politurreste und andere Partikel entfernt werden und eine glatte Oberfläche zu deutlich weniger Irritation im Stichkanal führt.



Das Farbspektrum reicht von Bronzetönen, über Blau, Pink, Goldfarben, Lila und Grün. Bei Titan ist eine Schwarzfärbung nicht möglich, bei Niobium allerdings funktioniert es.

Die Dicke der sich um den Schmuck legenden Oxidschicht bestimmt die Farbe und durch entsprechenden Lichteinfall entsteht ein durchaus wunderschöner Regenbogen und das teils sogar wörtlich gemeint, denn es sind durchaus auch verschiedene Kombinationen an Farben und Verläufen möglich, da ist wortwörtlich der Fantasie keine Grenze gesetzt.



Die Haltbarkeit reicht von einigen Monaten bis hin zu Jahren


Die Haltbarkeit ist abhängig von dem Areal, in dem der Schmuck sitzt und wie sehr das Piercing in Anspruch genommen wird, aber es ist von einigen Monaten bis hin zu Jahren alles möglich

und eine Nachanodisierung ist jederzeit möglich, um erneut etwas Intensität ins Spiel zu bringen.

Abrieb herrscht vor allem in Schleimhautarealen wie dem Mundbereich - dort wird das Piercing nicht nur motorisch bewegt, sondern kommt auch mit allerhand Speisen und Getränken in Berührung, die durch den Säuregehalt bspw. für mehr Abrieb sorgen.

Bei Piercings, die in Berührung mit dem Haupthaar kommen, kann Haarspray oder auch Haarfarbe die Leuchtkraft entziehen.



Aber wie gesagt: eine erneute Anodisierung, auch von bereits eingesetztem Schmuck, ist kein Problem und belebt den alten Glanz in Sekunden wieder neu.











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